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Wasser - Die Grundlage jeden Lebens

Wasser ist für uns so alltäglich, dass wir uns kaum mehr Gedanken über dieses unersetzbare Gut machen. Höchstens im Urlaub in südlichen Regionen beginnen wir nachzudenken, wenn aus der Dusche nur spärlich Wasser tröpfelt oder gar zu bestimmten Zeiten kein Wasser verfügbar ist.
Wasser gilt als die Basis allen Lebens und war zu allen Zeiten als besonderes Element hochgeschätzt. In allen großen Religionen und Kulturen spielt Wasser eine zentrale Rolle.
In der Gegenwart bedeutet die zunehmende Knappheit dieses Guts ein gewaltiges Problem und eine große Herausforderung. Gleichzeitig steigt der Verbrauch des Wassers durch Bevölkerungswachstum und steigende Konsumansprüche weiter an.
Wasser ist die Grundlage jeden Lebens auf der Erde. Deshalb wird zum Beispiel auf anderen Planeten vor allem nach Wasser gesucht, um festzustellen, ob es dort Leben gibt oder Leben gegeben hat. Ohne Wasser kann ein Mensch nur wenige Tage überleben, während ein Überleben ohne feste Nahrung über einen deutlich längeren Zeitraum möglich ist. Wasser hat verschiedene Eigenschaften, ohne die ein Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen auf der Erde nicht möglich wäre.

Zu den überlebenswichtigen Eigenschaften des Wassers gehört es schließlich, dass das größte Gewicht nicht im festen Zustand, sondern bei plus vier Grad erreicht wird. Wäre das Wasser im gefrorenen Zustand schwerer, würde sich das Eis auf dem Boden von Meeren und Seen bilden, langsam nach oben wachsen und dabei alles organische Leben zerstören. So aber entsteht innerhalb der Gewässer bei Temperaturschwankungen ein stetiger Wasseraustausch und zwar sowohl zwischen höheren und niedrigeren Wasserschichten als auch horizontal (z.B. der Golfstrom).

Weltweite Wasservorräte
Eine exakte Berechnung des auf der Erde vorhandenen Wassers ist nicht möglich, weil vor allem das in der Atmosphäre gebundene Wasser und das Wasser in tiefen Erdschichten mengenmäßig nur geschätzt werden kann. Der weitaus größte Teil (circa 96,5%) ist Salzwasser, das ohne Aufbereitung für die Nutzung durch Menschen, durch Landtiere und für die Landwirtschaft nicht geeignet ist. Das Süßwasser ist zu einem großen Teil im Eis der Polarzonen, in Gletschern und in der Atmosphäre gebunden. Große Teile des Süßwassers sind für die Aufrechterhaltung des pflanzlichen und tierischen Lebens erforderlich. Für den menschlichen Verbrauch bleiben nur 0,007% übrig!

Wasser schafft Leben
Im Hinduismus gilt das Wasser als Urquelle des Lebens, und das Wasser bringt die Seelen zum Ort des ewigen Lebens oder bis zu einer irdischen Wiedergeburt. Die Asche vieler verstorbener Hindus wird in den Ganges gestreut, diese letzte Reise soll zur Unsterblichkeit führen.
Der Islam ist in den Wüstenregionen Arabiens entstanden, wodurch Wasser auch hier eine besondere Bedeutung bekam. Allah schenkt den Menschen, allen anderen Lebewesen und den Pflanzen das Wasser, und besonders in den Paradiesvorstellungen nimmt das Wasser eine wichtige Rolle ein.

Wasser - ein biblisches Thema
Für Juden und für Christen ist Wasser ebenfalls von großer religiöser Bedeutung. Die Israeliten lebten in einer wasserarmen Region, und der Besitz von Quellen und Brunnen war überlebenswichtig. Schon die Schöpfungsgeschichten erzählen davon, wie dort Leben und ein Paradies entstehen, wo reichlich Wasser fließt. In der Bibel wird aber auch vom Kampf um das tägliche Wasser berichtet, ebenso von den Gefahren durch Überschwemmungen. Der Bericht von der großen Flut und dem Holzkasten des Noah ist eine Mahnung, sorgsam mit der Schöpfung umzugehen.
In der Bibel wird auch von Zeiten des Wassermangels erzählt. Israelitische Familien, die vor der Dürre und der Hungersnot in Kanaan geflohen waren, wurden vom Pharao aufgenommen und erhielten Land. Aber die Wasser-Flüchtlinge wurden bald zu Opfern von Ausbeutung und Versklavung. Deshalb, so wird im 7. Kapitel des 2. Mosebuches erzählt, half Gott den Israeliten, sich aus der Knechtschaft zu befreien. Die Flucht wurde dadurch möglich, so berichtet die Bibel, dass Mose seine Hand über das Meer reckte und das Wasser zurückwich durch einen starken Ostwind. Ein Psalmist hat den Wasser und Leben spendenden Gott so gepriesen: "Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser." (Psalm 23,2)
Im Neuen Testament wird die Bedeutung des Wassers beim Wirken Johannes des Täufers sichtbar, der auch Jesus im Jordan getauft hat. Für den Wanderprediger Jesus, der durch ein heißes Land zog, war Wasser keine Selbstverständlichkeit. Zur Aufnahme seiner Jüngerinnen und Jünger durch die örtliche Bevölkerung äußerte er: "Und wer einem dieser Geringen auch nur einen Becher kalten Wassers zu trinken gibt, weil er ein Jünger ist, wirklich ich sage euch: es wird ihm nicht unbelohnt bleiben." (Matthäus 10,42)

Wasserverbrauch
Das rasche Bevölkerungswachstum in Ländern mit einer unzureichenden Wasserversorgung lässt befürchten, dass die Kluft zwischen "Wasser-Reichen" und "Wasser-Armen" noch zunehmen wird.
Global hat sich der menschliche Wasserverbrauch in der jüngeren Vergangenheit dramatisch erhöht. Für das Jahr 1680 wird der Wasserverbrauch auf 86 Kubikkilometer geschätzt 1900 waren es bereits 522 Kubikkilometer. Während des 20. Jahrhunderts ist der Verbrauch nochmals um das fünffache gestiegen.
Nach Schätzungen könnte sich der menschliche Wasserverbrauch in den nächsten 30 Jahren noch einmal verdreifachen. Dann wird mindestens 40 Prozent der Weltbevölkerung in Ländern leben, in denen chronische Wasserknappheit herrscht. Schon heute leiden mehr als 50 Staaten unter großer Wasserknappheit. Wie sich die Übernutzung von Wasserreserven auswirkt, lässt sich exemplarisch an den Feuchtgebieten in Kalifornien zeigen, die durch den Raubbau an den Wasserreserven fast völlig verschwunden sind. Von den früher 60 Millionen Zug- und Wasservögeln in diesen Gebieten sind noch 3 Millionen übrig geblieben.

Prognosen und Konzepte zur Wassernutzung sind schwierig, da die Wasserkreisläufe durch den Klimawandel beeinflusst werden, der zu einem großen Teil auf menschliche Eingriffe zurückzuführen ist.
Seit es Menschen gibt, existieren Normen und Regeln rund um das lebenswichtige Gut Wasser. Der Zugang zum Wasser und seine gerechte Verteilung an die Nutznießenden bedarf gesellschaftlicher Regelung. Manche Historiker führen die Gründung der ersten Staatswesen in Mesopotamien und Ägypten auf solche Regulierungssysteme zum Wasser zurück.

Das BAD-Portal-Team dankt dem Forum Trinkwasser e.V.
 

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