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Aquajogging - Der sanfte Lauf durchs Wasser

Die geschichtliche Entwicklung

1970 kehrte Glenn Mc Waters, Leichtathletiktrainer der US-Marines, mit einer Fußverletzung aus Vietnam zurück. Doch der Heilungsprozeß erwies sich ihm als zu langwierig, weshalb er aktiv wurde. Er bastelte an einer eng anliegenden Weste aus Neopren, die es dem verwundeten Soldaten erlauben sollte, im heimischen Schwimmbecken wie in Schwerelosigkeit in vertikaler Position zu bleiben. So konnte Mc Waters ohne Bodenkontakt und somit auch ohne Angst vor einer Verschlimmerung seiner Verletzung weiterhin alle Muskeln seines Körpers trainieren.
Die "Wet vest" war geboren.

Selbst Hochleistungssportler wie die Läufer Steve Scott und Mary Decker zogen nach Verletzungen großen Nutzen aus der "natürlichen Heilkraft des Wassers". Wenige Wochen vor den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles zog sich Mary Decker eine schmertzhafte Achillissehnenentzündung zu. Zweieinhalb Wochen lang konnte sie Laufsimulationsübungen im Tiefwasser durchführen. Knapp 10 Tage nach ihrer Rückkehr aus dem Naß stellte sie schließlich einen Weltrekord über 2000 Meter auf. Dies war ein Beleg für die hervorragenden Trainingsmöglichkeiten im fremden Medium.
Der deutsche Mittelstreckler Dieter Baumann hat den Wasserlauf sogar zum festen Bestandteil seines Trainingsplans erkoren. Einmal in der Woche arbeitet der Schwabe gegen den Wasserwiederstand (vierzehn mal größer als der der Luft), um die strapazierten Gelenke zu schonen, um gleichzeitig aber auch Herz- Kreislaufsystem und Muskelkraft zu trimmen.
Zudem erlaubt der Gang ins Schwimmbad auch die Regeneration nach harten Einheiten auf der Straße. Aber Aquajogging eignet sich nicht nur für Spitzensportler.
Das Schweben im Wasser gewinnt einen immer bedeuterenden Stellenwert innerhalb der medizinischen Rehabilitation. Übungen werden aufgrund der Auftriebskraft (ein Körper wiegt hier nur 10% seines Gewichts an Land) ohne größere Anstrengung ausführbar.
 

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